Stellungnahme zur Situation des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) und im Studierendenparlament (StuPa) [Stand: 18.10.2026]

Die Fachschaftenkonferenz Marburg zeigt Solidarität mit dem AStA Marburg und fordert das StuPa auf, den AStA-Vorstand wieder handlungsfähig zu machen.

Stellungnahme zur Situation des Allgemeinen
Studierendenausschuss (AStA) und im
Studierendenparlament (StuPa) [Stand: 18.10.2026]

Am 22. September kündigte der Marburger AStA folgendes an, zum 1. Oktober 2026
werde eine Haushaltssperre verhängt. Als Folgemaßnahme könne es zudem zu einer
Niederlegung der Arbeit des AStA kommen.
Bisher wurden die Auswirkungen der Haushaltssperre bereits in den OE-Wochen der
Aktiven Fachschaften spürbar. In den vergangenen Jahren wurden die Mittel für die OE-
Wochen aus dem AStA-Haushalt gespeist, wie auch die Mittel für die Fachschaftsarbeit
und andere studentische Aktivitäten (u.a. Feste). In den Fachschaften wurden
unterschiedliche Wege gefunden werden, um kurzfristig mit den Umständen umzugehen.
Diese Haushaltssperre wurde nicht verhängt, weil den Aktiven Fachschaften oder dem
AStA ein Fehler unterlaufen wäre. Der AStA hat sich deshalb genötigt gesehen die
Finanzierung bis auf weiteres einzustellen, weil sein Vorstand und seine Referate seit
einigen Semestern stark unterbesetzt sind und es ohne Personal nicht möglich ist, die
Finanzen der Fachschaften zu verwalten.

WIE ES ZU DER AKTUELLEN SITUATION GEKOMMEN IST:

Die gegenwärtige Lage ist aus unserer Sicht nicht losgelöst, von den Entwicklungen im
Studierendenparlament (StuPa) seit der Legislaturperiode 2024/25, zu betrachten. Die
Erklärung, wie es zu einem solchen Personalmangel kommen konnte, findet hier ihren
Anfang: seitdem kann sich der AStA nicht mehr auf die zuvor gegebene Unterstützung
seiner Arbeit aus dem StuPa verlassen. Diese Unterstützung ist u.a. deswegen
notwendig, weil das StuPa den AStA-Vorstand wählen muss, seit 2024/25 aber, stäubt
sich das StuPa in dieser Sache davor, mit dem AStA zu kooperieren. Obwohl der AStA
nach eigener Einschätzung mindestens fünf aktive Vorstandsmitglieder benötigt, um seine
Aufgaben umfassend erfüllen zu können, besteht der Vorstand derzeit aus nur zwei
aktiven Mitgliedern. Die Nachbesetzung weiterer Vorstandsposten wurde vom StuPa
regelrecht blockiert.
Auch weitere Anträge an das StuPa, die der Arbeitsfähigkeit des AStA dienen sollten,
wurden ohne tragfähige Begründung abgelehnt. Zudem war das StuPa wiederholt nicht
beschlussfähig, da ganze Listen den Sitzungen fernblieben. Als Folge konnten nur selten
Beschlüsse gefasst werden und jene, die gefasst wurden, fielen zu Ungunsten des AStA
aus. Diese systematische Erschwerung, gar Blockierung der Arbeit des AStA zog sich
durch alle Legislaturperioden des StuPa von 2024/25 bis 2026. Weitere Details über die
Art und Ausmaße dieser Blockierung hat der AStA öffentlich berichtet, unter anderem auf
seinem Instagram-Account.

UNSERE SOLIDARITÄT MIT DEM ASTA

Die Fachschaftenkonferenz (FSK) solidarisiert sich voll mit dem AStA. Für den schweren
Entscheid zur Haushaltssperre sprechen wir hier unser volles Verständnis aus. Der AStA
hat sich über die letzten Jahre hinweg, trotz des Mangels an Mitgliedern und der
fehlenden Kooperation aus dem StuPa mit voller Kraft für die Studierenden unserer
Universität eingesetzt. Für diese Arbeit und das Engagement der verbliebenen
Amtsträger*innen sind wir dankbar.

ZUR ÖFFENTLICHEN KRITIK AN DER HAUSHALTSSPERRE

Aufgrund der öffentlichen Verkündung des AStA und der zahlreichen Solidarisierungen
aus den Aktiven Fachschaften, haben sich über die letzten Wochen einige Listen aus dem
StuPa zu Wort gemeldet, mit dem Versuch den AStA für ihre eigenen Fehler
verantwortlich zu machen und diese zu rechtfertigen. So kritisieren die Listen
„Unabhängige LFachschaftenliste“ (diese ist mit großen inhaltlichen und personellen
Überschneidungen im aktuellen StuPa als Liste „Fachschaft Medizin“ vertreten), „Grüne
Hochschulgruppe Marburg“, „Grün-Linke Liste“, „Linke Liste Marburg“ und „Links-Grünes
Wahlbündnis „Ja!“ Zu Move 35“ den Beschluss zur Haushaltssperre des AStA und
sprechen in diesem Zusammenhang von einer „Geiselhaft der Fachschaften“. Wir als FSK
halten diese verkürzte Einschätzung unserer Beziehung zum AStA für misslungen. Sie
richtet den Blick auf die unmittelbaren Folgen der Haushaltssperre und spekuliert auf die
Meinungen der Fachschaften, ohne die strukturellen und personellen Probleme
ausreichend zu berücksichtigen, die zu dieser Situation beigetragen haben.
Auch die Begründungen der regelmäßigen Abwesenheit von StuPa Sitzungen, durch
Mitglieder der hierbei relevanten Listen, belaufen sich, aus unserer Perspektive, auf
unpassende Rechtfertigungen. Hierbei wird sich primär auf individuelle Probleme der
Parlamentarier*innen gestützt, genug Belastungsfähigkeit und Zeit aufzubringen, um zu
den monatlichen Sitzungen zu erscheinen. Allerdings halten wir die Anzahl an
Listenmitgliedern für ausreichend zur Vertretung von abwesenden Listenkolleg*innen,
auch möchten wir, da es hier zu Verwirrung seitens einiger StuPa-Parlamentarier*innen
gekommen ist, darauf hinweisen, dass die Sitzungen des StuPa eine maximal-Länge
haben, und seit Beginn dieses Jahres, die Möglichkeit besteht sich hybrid, per
Videokonferenz hinzuzuschalten.

UNSERE ERWARTUNGEN AN DAS NEUE STUPA

Vom neu gewählten Studierendenparlament erwarten wir, dass es mit dem AStA
zusammenarbeitet, statt dessen Arbeit durch ausbleibende Entscheidungen und fehlende
personelle Besetzungen weiter zu erschweren. Sowohl StuPa, als auch AStA sind den
Interessen der Studierenden verpflichtet und um diesen dienen zu können, müssen beide
arbeitsfähig sein und miteinander in Diskurs und Kooperation stehen. Diese
Verantwortung darf nicht dauerhaft zulasten der Arbeitsfähigkeit des gesamten
Parlaments und der studentischen Selbstverwaltung vernachlässigt werden.
Jene, die sich zur Wahl im StuPa haben aufstellen lassen und nun die Möglichkeit haben
ihre studentischen Wähler*innen politisch zu vertreten, mögen diese Möglichkeit nutzen
und zu den Sitzungen des StuPa erscheinen. Sollte dies für einige eine zu große
Belastung ihrer Kapazitäten bedeuten, erwarten wir, dass sie daraus Konsequenzen für
eine erneute Kandidatur ziehen.
Die Studierenden brauchen einen arbeitsfähigen AStA und ein tatkräftiges StuPa. Beides
ist keine Frage sachpolitischer Interessen, sondern eine Voraussetzung dafür, dass
studentische Interessen wirksam vertreten und studentische Projekte zuverlässig
unterstützt werden können.


Gezeichnet, die Fachschaftenkonferenz Marburg

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